Gute Gründe

Wohin soll der neue Kindergarten ziehen? Wir fordern das Hauptschulgebäude als neuen Kindergartenstandort und den Erhalt des Bürgerhaus als wichtiges Multifunktionsgebäude in der Gemeinde Schlangen.

Es steht außer Frage, dass wir in der Gemeinde Schlangen einen weiteren Kindergarten brauchen. Mit unserer Initiative möchten wir erreichen, dass der neue Kindergarten im Gebäudeteil A der Hauptschule und nicht im Bürgerhaus eingerichtet wird.

Denn: Durch die Umwidmung des Bürgerhauses könnten die Bürger von Schlangen das Bürgerhaus nicht mehr als Begegnungs- und Versammlungsstätte nutzen. Das Bürgerhaus soll aber dazu dienen, das Gemeinschaftsleben in der Gemeinde zu festigen, zu fördern und fortzuentwickeln. Die Hauptschule weist wegen rückläufiger Schülerzahlen Leerstände auf. Der Umzug des Kindergartens in die modernen Räume der Hauptschule wäre eine sinnvollere Nachnutzung von einem Teil des Hauptschulgebäudes.

Das Bürgerhaus ist das Multifunktionsgebäude in Schlangen

Das Bürgerhaus ist ein Multifunktionsgebäude, welches neben vielen kleinen Veranstaltungen, Vereinen oder anderen Veranstaltern die Planung von Großveranstaltungen ermöglicht.

Mit bestehender Bühne, Platz für 450 Besucher, zentraler Lage an Sportstätten, Schule und Ortsmitte, mobilen Trennwänden und integrierten Theken kann es für die unterschiedlichsten Nutzungen beansprucht und genutzt werden. Das Schützenhaus in Kohlstädt ist keine Alternative zum Bürgerhaus: Das Schützenhaus besitzt keine Bühne, entspricht nicht der Größe des Bürgerhauses, liegt nicht zentral und ist kein Multifunktionsgebäude wie das Bürgerhaus.

Das Bürgerhaus ist kein Sorgenkind

In der politischen Diskussion wurde das Bürgerhaus als Sorgenkind bezeichnet. Das lehnen wir entschieden ab, denn das Bürgerhaus ist ein wichtiger Bestandteil der Schlänger Kultur und eine zentrale Begegnungsstätte vieler Gelegenheiten und Veranstaltungen, die die Attraktivität der Gemeinde Schlangen ausmachen und den Ort als solchen repräsentieren. Neben vielen anderen Veranstaltungen zählen hierzu z.B. der Schlänger Karneval, Kaffeetrinken nach Haustenbecker Treffen, Senioren-Treff, Kinder-Musicals, Rotes Kreuz, Flohmarkt, Public Viewing, Schülerbegrüßung, Schlänger Markt Auftakttreffen, Varieté-Abend des VfL, Filmpremieren, etc. …

Ein mehrgeschossiger Kindergarten in der Hauptschule bringt Vorteile

Die Befürworter eines Kindergartens im Bürgerhaus haben bislang wenig Argumente für ihre Entscheidung vorgetragen. Ein Begründung hört man aber immer wieder: Die Mehrgeschossigkeit der Hauptschul-Variante spräche gegen die Hauptschule. Das ist aber so nicht richtig: Zweigeschossige Kindergärten schaffen ganz neue Perspektiven und Erlebnisse für die Kindergartenkinder.

„Man solle den Kleinen unterschiedliche Ausblicke gewähren und ein „emotionales Gebäude“ für sie bauen, in dem sie sich geborgen fühlen“, so Architekt Peter Zoll, der den Neubau der Dettinger Kita Starennest plante und begleitete. Im Jahre 2006 erhielt der zweigeschossige Kindergarten „Sonnenburg“ in Hagen die Auszeichnung “Beispielhaftes Bauen” der Architektenkammer Baden- Württemberg. Zweigeschossige Gebäude sind für Kinder keinerlei Hindernis. Die Hauptschule bietet aufgrund ihrer Räumlichkeiten und Ebenen die Möglichkeit ein ganzes Zentrum aufzubauen. (Logopädie, Physiotherapie, Jugendzentrum, Kindergarten, etc. – alles unter einem Dach!)

Übrigens: Auch das Bürgerhaus ist nicht ebenerdig

Für einen neuen Kindergarten muss mit 4 Gruppen geplant werden können. Während dies für die Hauptschule problemlos möglich ist, müsste für die Lösung Bürgerhaus das Haus Fischer (Standort des Dorfmuseums) umgebaut werden und mit dem Bürgerhaus vereint werden. Auch hier liegt dann ein mehrgeschossiger Kindergarten vor. Ein Argument, das übrigens gegen die Hauptschulvariante genutzt wurde.

Nach den Berechnungen der Verwaltung sollen die Umbaukosten für das Haus Fischer mit 150.000 € genauso hoch sein wie die Kosten für den Ausbau einer vierten Gruppe in der Hauptschule. Das ist schwer vorstellbar, weil der Aufwand für den Umbau im Haus Fischer aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht identisch sein kann mit dem der Hauptschule.

Es gibt ausreichend Platz in der Hauptschule

Die Hauptschule ist ein hervorragendes Gebäude in einem guten Zustand. Es bietet neben dem Einzug einer KiTa weiterhin Platz für den möglichen Umzug der Musikschule und den Einzug der Offenen Jugendarbeit. Durch die Belegung mit der KiTa kann nicht von einer Zerschneidung gesprochen werden. Es stehen noch über 80% der Fläche zur Verfügung – trotz KiTa. Platz für Logopäden, Ergotherapeuten, Platz für Physiotherapeuten.

Zerstörung einer wichtigen Kultureinrichtung

Mit dem Umbau des Bürgerhauses in einen Kindergarten würde man das multifunktionale Bürgerhaus in Schlangen zerstören.

Weiter würde dem Heimat- und Verkehrsverein Schlangen gekündigt, einem Verein, der sich um die Heimatpflege verdient macht. Das Dorfmuseum Schlangen im Haus Fischer muss weichen.

Die modernen 10-Meter-Schießbahnen des Schützenvereins müssen ebenfalls aus dem Bürgerhaus weichen, denn eine Schießbahn in einem Kindergarten wäre wohl eher unangebracht.

Die Umwidmung des Bürgerhauses in einen Kindergarten ist schon allein aufgrund der Größe und dem Ausmaß an Umbauarbeiten des Bürgerhauses aus architektonischer und gestalterischer Sicht paradox. Um den Kindern ein passendes Raumgefühl zu vermitteln, müsste ein niedriger Horizont für die Kinder geschaffen werden. Das Bürgerhaus bietet wenig Ausblicke nach draußen, wenn aus dem großen Raum kleinere Räumlichkeiten geschaffen werden.

Die lieben Finanzen…

Die Gemeindeverwaltung hat in einer Planungsrechnung dargelegt, dass der Umbau des Gebäudeteils A der Hauptschule im Vergleich zum Umbau des Bürgerhauses kostengünstiger ist und zu höheren Einsparungen führt. Die Investitionssumme bei der Bürgerhaus-Variante liegt um 110.000 € höher als bei der Hauptschule. Über 20 Jahre kommen nochmals rund 30.000 € an Zinsen dazu, die bezahlt werden müssen.

… und die Frage der Schulbauförderung

Außerdem wäre die Gefahr der Rückzahlung von Mitteln der Schulbauförderung in Höhe von 461.000 Euro bei einem Kindergarten in der Hauptschule minimiert. Es besteht das Risiko der Rückzahlung von Bauzuschüssen. Das Problem des Rückzahlungsrisikos von Zuschüssen ist laut Verwaltung bei der Hauptschul-Variante minimiert. Das Risiko wird von der Gemeinde mit rund 461.000 € beziffert. Das vom Bürgermeister angekündigte Klageverfahren über mehrere Instanzen verursacht für den Verlierer rund 107.000 € an weiteren Kosten. Damit ergibt sich ein Gesamtrisiko in Höhe von 568.000 €. Dieser Betrag müsste ebenfalls finanziert werden. Bei einer 20-jährigen Laufzeit und der Tatsache, dass dafür ebenfalls Zinsen gezahlt werden müssten, wird ein Darlehen in Höhe von rund 780.000 € benötigt, welches über 20 Jahre Zinskosten in Höhe von weiteren 212.000 Euro verursacht. Das heißt, entscheidet man sich gegen die Hauptschulvariante besteht ein kumuliertes finanzielles Risiko in Höhe von insgesamt rund 992.000 €. Dieses Risiko muss vermieden werden!

Das Bürgerhaus muss erhalten werden – es hat Potential

Bevor es zur Aufgabe des Bürgerhauses in Schlangen kommt, sollte lieber an neuen Vermarktungsstrategien für das Bürgerhaus gearbeitet werden. Das Bürgerhaus liegt im Herzen einer Gemeinde, die aufgrund der kulturellen Vielfalt und des ausgezeichneten gesellschaftlichem Miteinanders und als Wohlfühlort entgegen dem demographischen auch in Zukunft weiter wachsen wird.

Auch in Zukunft kann das Bürgerhaus entscheidend dazu beitragen, die Lebensqualität und das kulturelle Angebot in Schlangen zu erhalten.

Die Verwaltung ist gefordert die Attraktivität des Bürgerhauses weiter zu verbessern, bzw. das Bürgerhaus besser zu vermarkten. Hierzu gehört auch eine Diskussion über die sogenannte 22 Uhr Nutzungseinschränkung.

Viele Bürger sind mit der Ratsentscheidung nicht einverstanden, fühlen sich von der Politik überrumpelt und bei einer so wichtigen Frage wie der Zerstörung des Bürgerhauses nicht genügend informiert und zu wenig in den Prozess mit eingebunden. Mit dem Bürgerbegehren möchten sich die Schlänger Bürger Gehör verschaffen und eine Bürgerbefragung über die Zukunft des Bürgerhauses herbeiführen!